Wie schön ist es, nach vielen Jahren in der Werkzeugindustrie alte Kollegen und Freunde wiederzutreffen! Bei der europäischen Verbandstagung in Marseille gab es nicht nur ein unterhaltsames Boule-Turnier und viele persönliche Gespräche, sondern auch einen intensiven Austausch über die Zukunft unserer Industrie. Besonders deutlich wurde: Die hohen Energiekosten beschäftigen alle – doch die Chancen neuer Kernenergietechnologien sind noch viel zu wenig bekannt.
Persönliche Begegnungen, unternehmerischer Austausch
Es gibt Begegnungen, auf die man sich besonders freut. Dazu gehört für mich das Wiedersehen mit meinen europäischen Kollegen aus der Werkzeugindustrie. Über viele Jahrzehnte haben wir gemeinsam unsere Unternehmen und unsere Branche weiterentwickelt, Herausforderungen gemeistert und dabei auch persönliche Freundschaften aufgebaut.
Am 9. und 10. Oktober 2026 war es wieder so weit: Die europäische Vereinigung der Werkzeugindustrie (CEO) traf sich in Marseille. Für mich war es eine besondere Freude, viele vertraute Gesichter wiederzusehen, Erinnerungen auszutauschen und zu erfahren, was meine Kollegen heute bewegt.
Dabei ging es keineswegs nur um geschäftliche Themen. Bei einem gemeinsamen Boule-Turnier, einer typisch französischen Sportart, traten wir in gemischten Teams gegeneinander an. Der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Auch beim gemeinsamen Abendessen in Marseille und bei der offiziellen Verbandstagung ergaben sich viele interessante und anregende Gespräche.
Von der Werkzeugindustrie zu den Zukunftsfragen unserer Gesellschaft
Auch wenn ich mich inzwischen aus dem operativen Tagesgeschäft bei Wiha zurückgezogen habe, ist mein Interesse an der Zukunft unserer Industrie und unserer Gesellschaft ungebrochen.
In zahlreichen persönlichen Gesprächen berichtete ich deshalb über meine heutigen Aktivitäten, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir die großen Herausforderungen unserer Zeit wieder stärker auf der Grundlage von Wissenschaft, Fakten und Vernunft diskutieren.
Mein Anliegen ist es, nicht nur Probleme aufzuzeigen, sondern vor allem die Chancen des technischen Fortschritts sichtbar zu machen.
Ein wichtiges Thema unserer Gespräche war die Energieversorgung Europas.
Dass die hohen Energiepreise unsere Industrie belasten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden, war meinen Gesprächspartnern durchaus bewusst. Schließlich steht gerade die europäische Werkzeugindustrie im intensiven Wettbewerb mit Herstellern aus Asien und anderen Regionen der Welt.
Überrascht hat mich allerdings, wie wenig die Möglichkeiten neuer Kernenergietechnologien bekannt sind.
Ich berichtete deshalb über die Entwicklungen bei Copenhagen Atomics, um fähig zu werden, künftig zuverlässig CO₂-arm und zu sehr niedrigen Kosten Energie flexibel bereitzustellen.
Gerade für unsere Industrie wäre eine solche Entwicklung von großer Bedeutung. Denn wir brauchen nicht nur eine klimafreundliche, sondern vor allem auch eine sichere, jederzeit verfügbare und bezahlbare Energieversorgung.
Die Industrie muss sich stärker einbringen
In unseren Gesprächen wurde mir erneut deutlich: Die Probleme der heutigen Energiepolitik sind weithin bekannt. Die möglichen Alternativen werden dagegen noch viel zu wenig diskutiert.
Dabei sollte gerade die Industrie ein großes Interesse daran haben, dass Europa bei der Entwicklung neuer Energietechnologien nicht den Anschluss an die USA und China verliert.
Wir Unternehmer wissen aus eigener Erfahrung, dass Fortschritt durch Innovation, Wettbewerb, Investitionen und unternehmerischen Mut entsteht.
Warum sollten wir diese Grundsätze nicht auch bei unserer Energieversorgung anwenden?
Erfreulich war deshalb das Interesse, den Austausch fortzusetzen. Für 2027 ist beim deutschen Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) ein Videovortrag von mir über die Energiewende und die neuen Möglichkeiten der Kernenergie, insbesondere bei Copenhagen Atomics, angedacht.
Mein Fazit: Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen – Wissen schafft Zuversicht
Die beiden Tage in Marseille haben mir wieder gezeigt, wie wertvoll persönliche Kontakte und offene Gespräche unter Unternehmern sind.
Wir teilen viele Erfahrungen und Sorgen, aber auch die Überzeugung, dass unsere Industrie eine gute Zukunft haben kann, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und neue Technologien nicht durch ideologische Vorbehalte ausbremsen.
Wir sollten weniger darüber sprechen, warum etwas nicht geht, und mehr darüber nachdenken, wie wir neue Möglichkeiten nutzen können.
Ich freue mich schon heute auf das nächste Wiedersehen mit meinen Kollegen und Freunden aus der europäischen Werkzeugindustrie.
Wilfried Hahn



