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Lösungen statt Stimmungen – Klima und Kernenergie

Deutschland, das Land der Ingenieure und Erfinder, der Dichter und Denker – ich frage mich und Sie sich vielleicht auch: Sollten wir das dann nicht besser hinbekommen, mit dem Klimaschutz und damit auch der Energiewende? Was können wir also tun?

Mein Eindruck ist, dass wir uns in den letzten Jahren in eine Strategie hineingesteuert haben, die lediglich hohe Kosten verursacht, aber international, und es geht nur länderübergreifend, kaum Wirkung entfaltet. Strompreise steigen, Unternehmen wandern dorthin ab, wo sie Energiepreise finden, die rentables Wirtschaften möglich machen, und der politische Streit hierzulande dreht sich im Kreis.

Meine Frage lautet deshalb: Wie schaffen wir echten Klimaschutz, ohne unsere wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel zu setzen?

Und ein Teil der Antwort lautet: Wir sollten auf Lösungen setzen, statt auf Stimmung.

Merkwürdigkeiten unserer Zeit

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten unserer Zeit, dass die Klimadebatte oft nicht von Lösungen geprägt wird, sondern von Stimmungen. Zwei Stimmen stehen dabei sinnbildlich für zwei gegensätzliche Wege:

Der Warner … Ein hervorragendes Beispiel für den Weg eines Warners ist Hans Joachim Schellnhuber. Schellnhuber ist ein renommierter Physiker und Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Eindringlich warnt er vor Kipppunkten und fordert eine schnelle, tiefgreifende Transformation. Sie können in seinem Denken die Dringlichkeit eines engagierten Wissenschaftlers spüren, der auf Basis komplexer Modelle vor möglichen Gefahren warnt. Dies erkennen Sie auch an seiner Kommunikation, die bewusst drastisch ist – denn nur so, glaubt er, lässt sich die Politik zum Handeln bewegen.

Der Nüchterne … Gewissermaßen am anderen Ende des kommunikativen und auch emotionalen Spektrums finden Sie Björn Lomborg, Statistiker und Präsident des Copenhagen Consensus Center. Wie Schellnhuber erkennt er die Herausforderung des Klimawandels an, aber in seiner Kommunikation ist er wesentlich nüchterner. Er versucht nicht durch drastische Aussagen, die Entscheider bei ihrer moralischen Verantwortung zu packen und sie zum Handeln zu bewegen. Ihm geht es in der öffentlichen Debatte weniger um diese Verantwortung. Es geht ihm um Wirksamkeit und Nutzen. Er stellt eine einfache Frage, die in Europa erstaunlich selten gestellt wird: Welche Maßnahmen bringen den größten Nutzen – global, nicht nur lokal – und zu welchem Preis? Lomborg argumentiert nüchtern: Wer Wohlstand zerstört, zerstört am Ende auch die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Er erinnert daran, dass Europa nur einen kleinen Teil der globalen Emissionen verursacht – und dass moralische Vorreiterrollen wenig bringen, wenn der Rest der Welt einen anderen Kurs fährt.

Diese kurze Gegenüberstellung zeigt ein Grundproblem deutscher Politik:
Wir sprechen gern über Verantwortung – aber selten über Wirkung.

Was wirkt wirklich

Ohne wirksame Maßnahmen aber verpufft jedes Engagement für ein besseres Klima und für eine lebenswerte Zukunft.

Ich schlage deswegen vor, dass Sie Schellnhubers Dringlichkeit mit Lomborgs wirtschaftlicher Vernunft verbinden. Denn erkennen Sie, was wirklich wirkt und was daher sowohl dringend als auch ganz nüchtern betrachtet, gebraucht wird:

  • Wir brauchen bezahlbare, zuverlässige und CO₂-arme Energie.
  • Wir brauchen Lösungen, die weltweit nutzbar und skalierbar sind.
  • Und wir brauchen Technologien, die Wohlstand ermöglichen – statt ihn zu vernichten.

Genau hier setzt die moderne Kerntechnik an, die in der neuesten Generation der Reaktoren alles bietet, was wir an Energie für ein besseres Klima und einen lebenswerten Lebensstandard brauchen. Denn sie bietet: Energie rund um die Uhr, eine sichere Technik (bei Salzschmelzereaktoren entsteht Sicherheit durch physikalische Selbststabilisierung), extrem niedrige Brennstoffkosten, minimalen Abfall – und für den Verbraucher, seien es private Verbraucher oder Industrie, bezahlbare, ja günstige Stromkosten.

Während große Teile der Welt weiter wachsen, neue Industrien aufbauen und nach bezahlbarer Energie verlangen, kann diese Technologie ein globaler Gamechanger sein.
Das ist Klimaschutz im besten Sinne: wirksam, global, ökonomisch tragfähig.

Die Aufgabe für Deutschland

Die eingangs gestellte Frage lautete: Wie schaffen wir echten Klimaschutz, ohne unsere wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel zu setzen?

Die Antwort liegt nicht im Verzicht, sondern in Technologie.

Deutschland hat die Menschen mit den Fähigkeiten, Technologie zu entwickeln oder weiterzuentwickeln, Komplexität zu meistern und industriell zu skalieren – wenn wir uns darauf besinnen. 

Was wir brauchen, ist kein ideologischer Schwenk, sondern ein kultureller:
Weg vom moralischen Überbietungswettbewerb, hin zu einer Haltung, die auf Wissen, Ingenieurskunst und Vernunft setzt. Einer Haltung, die nüchterne Betrachtung dessen, was ist, und eine verantwortungsbewusste Dringlichkeit miteinander in Einklang bringt.

Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, dann müssen wir Lösungen wählen, die die Welt tatsächlich verändern – nicht nur unser Gewissen.

Ihr Wilfried Hahn